sai:zine – MOURN & ORGANIZE
Warum wir ein im Zine veröffentlicht haben – zum Onlinelesen und Selbstausdrucken.
Warum wir ein im Zine veröffentlicht haben – zum Onlinelesen und Selbstausdrucken.
Merkel hängt Gemälde von Emil Nolde ab, denn das Werk ohne Autor*in gibt es nicht. Die Freiheit der Kunst als unantastbare Idee ist eine Lüge. Künstler*innen sind keine Genies und die nackten Frauen keine jungfräulichen Musen. Kunst ist immer politisch.
Hey du, was machst du so? Und im vergangenen Jahr? Wenn Leute mich fragen, was ich in der Zeit zwischen Schule und Studienbeginn gemacht habe, finde ich keine Worte. Mein Jahr mit weltwärts in Ho, Ghana
Los, raus auf die Straßen der Stadt! Es ist so weit heute wird an 150 Orten in ganz Deutschland und in über 100 anderen Ländern für das Klima gestreikt. Wir können es uns nicht mehr leisten, den Klimawandel zu leugnen. Die Fakten verbieten es und Greta Thunberg hat recht: Unsere Erde eskaliert.
Mein Herz rast, ich reibe meine Augen, wälze mich unruhig umher, kann das nicht einfach so auf mir sitzen lassen. Bei der letzten Folge Germany’s Next Topmodel mussten sich die Mädchen eine Lobeshymne auf sich selbst dichten.
Feminismus ist das Beste, was uns Männern je passieren konnte. rotzdem fürchten viele, Feminist*innen würden ihnen Posten und Rechte abjagen – dabei können sie nur gewinnen.
Alles bewegt sich. Ständig. Die Erde hört nicht auf sich zu drehen. Alles ist im stetigen Wandel, in einem Werden und Vergehen. Warum braucht es Wege zum Wandel, wenn er doch schon im Gange ist?
Ich bin nicht mehr allein. Da sind öffentliche Meinung, die*der Feminismus und Meta in meinem Zimmer und diskutieren. Revolutionen, toxische Männlichkeiten, # und * breiten sich aus. Ich bin verwirrt:
Du stehst an einem Wendepunkt in deinem Leben, bist beispielsweise mit der Schule oder dem Studium fertig und fragst dich, wohin es dich in deinem Leben eigentlich wirklich zieht?
Nelson Mandela sagte: „Wenn man mit jemandem in einer Sprache, die er versteht, spricht, geht das in seinen Kopf. Wenn man mit jemandem in seiner eigenen Sprache spricht, geht das in sein Herz.“ Das zeigt, dass sich Menschen näher sind, wenn sie sich in ihrer Muttersprache unterhalten können.
Manchmal passiert es, dass ich mich in eine Straßenbahn verirre, und ohne zu wissen warum, und ohne ein gültiges Ticket zu besitzen, einfach drinbleibe und warte bis die Welt draußen immer weniger wird.

Was tun, wenn sich die Welt rückwärts dreht? Wie fühlen, ohne zynisch zu werden? Wo Halt finden, wenn alles in Flammen steht? Um diese Fragen dreht sich unser sai:zine. Und um Linke Melancholie, queere Berlinstruggles und den Frust. Um diese Welt mit all ihren Bubbles und eine neue Normalität, die uns auch Angst macht. Das sai:zine ist aber auch ein Teil des Versuches, diese reaktionäre Gegenwart nicht einfach so hinzunehmen, sondern sich dagegen zu stemmen - trotz allem.