sai:zine – MOURN & ORGANIZE
Warum wir ein im Zine veröffentlicht haben – zum Onlinelesen und Selbstausdrucken.
Warum wir ein im Zine veröffentlicht haben – zum Onlinelesen und Selbstausdrucken.
2017 war das Jahr der Europäischen Rechten. Auf der Suche nach dem „Warum?“ radelte unser Autor Paul im darauffolgenden Sommer als Reisestipendiat von Deutschland nach Spanien.
Mal ganz ehrlich. Die Debatte um Schwangerschaftsabbruch verliert ihren Inhalt. Alle streiten sich gerade im Rahmen einer emotional total aufgeladenen Diskussion über § 219a StGB. Unsere Autorin Rebecca streitet mit.
Ich packe meinen Koffer und dann packe ich alles wieder aus und hole meinen Rucksack aus dem Schrank. Ein Notizbuch und meine Kamera, 600 Euro und ein Busticket, passen da auch gut rein. Im Hintergrund läuft portugiesischer Rap und ich verstehe kein Wort. Als ich dann meinen Rucksack aufsetze, geht es los…
2005 ging ich in die sechste Klasse in Syrien. Damals begann der Krieg im Irak und damit auch ein neuer Schüler in unsere Klasse: „Osama“. Es war am Anfang etwas seltsam, da Osama der einzige irakische Schüler in unserer Klasse war. Heute weiß ich wie Osama sich gefühlt hat.
Als ich die Straße überquere, muss ich aufpassen, da sind Menschen. Es regnet. In glitschiger Metamorphose werden sie zu Menschen im Regen, die Nässe verlängert den Bremsweg – ich passe auf.
Jede vierte Suchanfrage im Internet dreht sich um pornographisches Material. Zweidrittel des gesamten Internetverkehrs besteht aus Pornos und das durchschnittliche Alter der Erstkonsument*innen beträgt in Deutschland lediglich elf Jahre. Aber das, was sie dort vor ihrer ersten eigenen sexuellen Erfahrung zu sehen bekommen, hat mit echtem Sex meistens wenig zu tun.
Imaginärer Trommelwirbel für vier Gänge, vier Kommentare von fünf Autor*innen und ein Sahnehäubchen. Aber vier + vier + vier + ein Sahnehäubchen ergibt nicht 2018.
Vielleicht ist die Erde ja doch noch zu retten, daran arbeiten zumindest die Mitglieder der weltweiten Transition-Town Bewegung. Sie versuchen Menschen für einen nachhaltigen Gewohnheitswandel zu begeistern. Mit Repair-Cafés, Kleidertauschpartys und Gemeinschaftsgärten bringen sie positive Alternativen in die Städte.
Wir, eine Generation, welche um die Jahrtausendwendegeboren wurde, sind mit dem Gedanken eines vereinten Europas aufgewachsen. Unsere Eltern erklärten uns, dass wir dasselbe Geld wie unsere Nachbarstaaten haben und wir die Mark nur noch zum Sammeln gebrauchen können.
Der Deutsche Bundestag ist ein Männerverein. Lediglich 30,9 Prozent der Abgeordneten des wichtigsten deutschen Parlaments sind weiblich. Wie könnte sich das ändern? Und was meinen Jungpolitiker*innen dazu?

Was tun, wenn sich die Welt rückwärts dreht? Wie fühlen, ohne zynisch zu werden? Wo Halt finden, wenn alles in Flammen steht? Um diese Fragen dreht sich unser sai:zine. Und um Linke Melancholie, queere Berlinstruggles und den Frust. Um diese Welt mit all ihren Bubbles und eine neue Normalität, die uns auch Angst macht. Das sai:zine ist aber auch ein Teil des Versuches, diese reaktionäre Gegenwart nicht einfach so hinzunehmen, sondern sich dagegen zu stemmen - trotz allem.