De Vita „Über das Leben“ – Maximilian schreibt seine nächtlichen Gedanken über Begriffe wie Liebe, Zeit, Freundschaft und Glück auf und veröffentlicht diese dann als Buch. Er beschreibt sich als „geselligen Menschen“, was er in unserem langen Skype-Gespräch unter Beweis stellt. Er studiert Jura und Political and Social Studies in Würzburg. Oft wurde er mit der Frage konfrontiert warum er – 22 Jahre alt – bereits über das Leben schreiben müsse. ‚Wie kam es dazu Maxi? Wie fühlt sich das für dich an, zu schreiben?‘ Fragen, mit denen Maximilian Drimalski von unserer Autorin Leonie Theiding konfrontiert wurde.

Interview: Leonie Theiding | Illustrationen: Marit Brunnert

Hola Maxi!
Erzähl mal, was ist der Kern deines Buches?

Schwierige Frage, also jedes Kapitel des Buches behandelt ein Thema und kann für sich stehen. Die ersten Kapitel sind eher emotionale Auseinandersetzungen mit Themen wie Liebe, die zweite Hälfte ist eher philosophisch zum Beispiel zum Thema Glück. Es geht um das Leben selbst. Die Bedeutung der Familie, Freundschaft, oder auch Liebe, wird aufgearbeitet: Was sind Werte der Liebe? Wie unterscheiden sich die Ideen von Liebe zwischen Menschen? Dass Liebe auch in Beziehungen nicht selbstverständlich ist. Dass Liebe, wie eine zarte Pflanze ist, die wachsen muss und gepflegt werden muss.

Viele Kapitel also? Welches ist denn dein liebstes Kapitel und warum?

Letztendlich mag ich alle Kapitel und alle geben mir etwas zurück. Aber es war die Einsamkeit, die dazu geführt hat, dass ich überhaupt angefangen habe zu schreiben. Und deswegen ist das Kapitel über die Liebe mein liebstes Kapitel, und auch das, was ich am meisten gelesen habe. In diesem habe ich mir selbst eingestanden, was einer der Hauptgründe ist, warum ich nicht wirklich glücklich bin. Ich tue mich schwer, Gefühle aufzubauen oder anderen Menschen zu vertrauen. Ich gehe schnell auf Distanz – einfach aus Angst, wieder enttäuscht zu werden, oder etwas falsch zu machen. Das ist ein Fehler, aber es ist schwierig das abzustellen. Und gerade, weil ich mich schwer tue mit meinen Freund*innen darüber zu sprechen, gerade weil wir oft in größeren Gruppen sind, ist es gut, eine Art Selbstreflektion zu verschriftlichen. Jeder Mensch hat ja so sein emotionales Päckchen zu tragen, gerade beim Thema Liebe, jedoch ist jede*r für sich damit sehr allein.

Wie bist du zum Aufschreiben deiner Gedanken gekommen?

Anfangs wusste ich selbst nicht, dass ich ein Buch schreiben wollte. Meine Niederschriften waren dafür da, meine Gedanken zu sortieren, weil ich ziemlich unglücklich war.

Bevor ich angefangen habe Jura zu studieren, bin ich in meinem Leben nie wirklich gescheitert – die Schule und mein Leben liefen wie von alleine, ohne dass ich viel Aufwand tätigen musste. Dann fiel ich durch viele meiner Prüfungen im ersten und zweiten Semester – habe das Studierendenleben zu sehr genossen. Irgendwann habe ich mich sehr verloren gefühlt und war unzufrieden, bin ins Grübeln geraten: Woher kommt meine Unzufriedenheit? Was würde mich erfüllen? Ich konnte nachts nicht mehr schlafen und fing an meine Gedanken aufzuschreiben.

Wie fühlst du dich, wenn du deine Gedanken aufschreibst?

Vor zwei Jahren hätte ich selbst gelacht, wenn eine Person mir gesagt hätte, dass ich bald ein Buch schreiben würde. Aber zu meinem eigenen Erstaunen macht es echt Spaß, eigene Gedanken aufzuschreiben, sich selbst zu reflektieren und auch zu kritisieren. Ständig bin ich – wie eigentlich jede*r – in den eigenen Strukturen verankert und manchmal deswegen nicht ehrlich zu mir. Dann habe ich ein Bild von mir im Kopf, eingebettet in meine sozialen Strukturen – Freund*innen, Bekannte, Familie, Beziehungen. Darüber zu reden und zu reflektieren, was einem auf der Seele brennt, tut gut. Das Schreiben ist nichts anderes als ein Deeptalk mit Freund*innen, nur eben mit mir selbst. Während des Schreibens kannst du dir nicht ausweichen wie in einem Gespräch, wenn es unangenehm wird. Eine Freundin von mir hat mein Schreiben einen Seelenstriptease genannt.

Wurdest du schon mit Kritik bezüglich deines Buches konfrontiert?

Ja, Leute die mich nur vom Feiern kennen, fanden das komisch und waren sehr überrascht, dass ich ein Buch schreibe. Meine Tante hat das Buch auch gelesen und gesagt, dass andere Menschen ja ganz andere Erfahrungen gemacht haben und es vielen Menschen ja anders geht, als meine Gedanken das im Buch wiederspiegeln. Jedoch erhebe ich gar keinen Anspruch auf Universalität.

Die Fragen, die ich aufwerfe, kann sich jede*r nur selbst, aufgrund der eigenen Lebenserfahrung beantworten und das ist auch gut so. Ich denke, dass sich einige Menschen in meinen Gedanken wiederfinden. Natürlich biete ich eine große Angriffsfläche, wenn ich mich über das Leben äußere.

Ach ja und einmal, da hat mich jemand gefragt, wieso ich – Anfang 20 – denn über das Leben schreibe. Ich denke, um übers Leben nachzudenken, ist kein Mensch zu jung oder zu alt. Eine Freundin hat gesagt, dass ihr das Buch nicht so gut gefällt. Speziell bei ihr hätte es mich glücklich gemacht, wenn es ihr zugesagt hätte. Doch so ist das nun einmal, das Buch kann schließlich nicht allen Menschen gefallen.

Wo kann ich dein Buch kaufen oder dich erreichen?

Auf Instagram heißt mein privater Account @mdrimalski und der Kanal nur fürs Buch, auf dem ich Zitate aus meinem Buch poste, heißt @de_vita8. Außerdem habe ich eine Website unter: Maximilian-Drimalski.com. Das Buch kann auf Amazon oder in jeder Buchhandlung bestellt werden.

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