poetry weekly 9.0 – Ich suche das Ankommen

Text: Friederike Schick I Kunst: Flora Jansen Johanna Speckert

Ich suche das Ankommen

»Und ich habe Fernweh ohne Ende,
Fernweh für das Fremde,
weil ich mir selber fremd geworden bin.
«

AnnenMayKantereit

Am Meer gibt es kein Zweifeln

An dem, was ich bin.

Da bin ich nur noch das blonde Kind,

Das zwischen Zeiten und Sand herumspringt.

Hier zerfrag ich mein Sein,

Denke zu viel.

Gedanken über Gedanken,

Nur kein Gefühl.

salzigesblauinmir
@Johanna Speckert

Ich sehne mich nach Weite,

Ohne Zweifel

Und nach Möwenkreischen.

Nach dem Rhythmus der Gezeiten,

Der Ankommen und Abschied bedeutet.

Nur noch salziges Blau in mir.

Ich will mich davonspülen lassen,

Wellenförmig sein.

@Johanna Speckert


Nach ein paar Tagen kehr ich dann wieder Heim

Und erlaube mir zu suchen,

Ohne finden zu wollen.

Denn obwohl ich meine Stadt in- und auswendig kenn

Und meine Freunde mein zu Hause nenn,

Fühl ich mich manchmal allein.

Dann singen sie von Weltmelancholie

Und ich stehe unter der Dusche

Und rufe

Nach dem Ozean.

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