Text: Jakob Schleh |Beitragsbild: Mathis Gilsbach

Jetzt mal ehrlich: Die Zeit der Isolation steigert das Fernweh ins Unermessliche. Jede sonnige Kaffeepause am Küchenfenster entfacht die Tagträumerei und während um uns Grenzen geschlossen werden, wächst unsere Lust auszubrechen und in die Ferne zu fahren. Aber wie holt man sich nun die Welt nach Hause? Wir drehen die Lautstärke auf und träumen uns auf Reisen bei diesem Spaziergang über den musikalischen Globus.

Kanada

♫ Les Louanges – „Pitou“

Jetzt noch schnell eine neue Kanne Kaffee aufsetzen – oder wird es sogar ein Gläschen Wein? Wichtig ist vor allem, dass der Sound stimmt – und die Sonne scheint. Wir lockern die Schultern und heben die Stimmung mit Indie-Pop aus dem kanadischen Québec.

Argentinien

♫ Divididos – „El Arriero“

Argentinischer Rock gilt im Süden des amerikanischen Kontinents als musikalischer Leckerbissen. Wir hören sieben Minuten Gitarrenmusik und lassen dabei alle angestauten Emotionen raus. Oder wir überspringen die Ballade und reisen schnell weiter nach Frankreich.

Frankreich

♫ Odezenne – „Souffle le vent“

Wer diese Band aus Bordeaux noch nicht gehört hat, der sollte das spätestens heute nachholen. Apropos: Jetzt wird es wirklich Zeit, diesen guten Wein kennenzulernen, der noch im Regal verstaubt.

Australien

♫ Tash Sultana – „Jungle“

Am anderen Ende der Welt hat sich Melbourne zu einem Hotspot der elektronischen Musik aller Art entwickelt. Mit melodischen Gitarrenloops tobt sich Tash Sultana in einer Live-Session aus, die sich in unserer bittersüßen Isolation vielleicht vertraut, aber doch besonders anfühlt.

Russland

♫ Добраночь – „Нормальные Герои“

Von einem intensiven Duft begleitet spazieren wir durch tausende Hektar wild wachsender Cannabis-Pflanzen im Tian Shan. In die Grenzregion zwischen Kasachstan, Kirgisistan und China nehmen uns die russischen Musiker von Добраночь mit. Der Bandname bedeutet auf Deutsch so viel wie „Gute Nacht“.

Mali

♫ Amadou & Mariam – „Sabali“

Über Mali und die Elfenbeinküste führte Amadou & Mariam der Weg nach Paris, wo sie seither ihre Musik aufnehmen. Und die fühlt sich wie ein herrliches Schweben an.

Kolumbien

♫ El Caribefunk – „Juanita La Chismosa“

Zurück auf dem amerikanischen Kontinent fahren wir in die karibische Hitze Cartagenas und wagen einen Tanz mit Juanita, der „Klatschtante“. Aus Mali nehmen wir pulsierende Rhythmen mit.

Italien

♫ Renato Zero – „Per non essere così“

Nur nicht sentimental werden bei dieser kurzen Rückkehr nach Europa. Schon bald reisen wir wieder in die Ferne. Ich packe meinen Koffer und nehme mit: weiße Handschuhe und eine blaue Melone, wie Renato Zero sie trägt.

USA

♫ Elizabeth Cotten – „Freight Train“

Noch nie von der Erfinderin des Cotten-Pickings gehört? Die folgende Aufnahme dieser legendären Folkmusikerin aus dem Süden der Vereinigten Staaten ist wirklich einzigartig schön. Unnachahmlich, wie Elizabeth Cotten mit zwei Fingern ihrer linken Hand auf einer Rechtshändergitarre zupft – die Saiten upside-down.

Finnland

♫ Atomirotta – „Älä pelkää“

Ob wir es in Finnland nun mit Sprechgesang oder Rockmusik zu tun haben? Die explosiven Songs der „Radioaktiven Ratten“ sind schwer einzuordnen. Fakt ist: Im hohen Norden werden die Gitarren nicht zimperlich angefasst.

Schweiz und Elfenbeinküste

♫ Bonaparte – „Ich Koche“

Der Schweizer Tobias Jundt hat sich für sein letztes Studioalbum mit Musiker*innen aus Abidjan zusammengetan. Hier ist er live zu sehen mit Tanoh Abjobi Saint Pierre und Jean-Claude Emmanuel Bidy – und die versorgen uns mit rhythmischen Vibes für den Rest des Tages, denn unsere Reise kommt mit diesem Lied zu ihrem Ende.

Über Kontinente und Ozeane hinweg sind wir gereist, haben Genres und Sprachen gewechselt – ganz verschiedene Aufnahmen gehört. Mal mehr, mal weniger weit fernab der internationalen Charts haben wir Youtube-Gold geschürft und dabei einige musikalische Perlen entdeckt. Schön, dass wir trotz der Isolation zusammen auf diese Reise gehen konnten. In den Kommentaren ist Platz für weitere Empfehlungen, exotische Entdeckungen und Lieblingslieder.

Und wer von Spotify und Youtube genug hat, der sollte mal bei Vokuhila Maik auf Instagram vorbeischauen – live aus Chemnitz legt unser Maiki regelmäßig Kassetten der letzten Jahrzehnte auf, genehmigt sich dazu ein Gläschen Eierlikör und macht Stimmung für die nächste Homeparty.

One thought on “In 11 Musikvideos um die Welt”

  1. Einige Empfehlungen für einen Zwischenstopp in Brasilien:
    Mariana Froes – Moça
    Castello Branco – O peso do meu coraçao
    Bia Ferreira & Igreja Lesbitariana – Sô você me faz sentir

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