vom Jale Pakhuylu und Julie Mathées | Illustrationen: © Julie Matthées

Unser sai-Kollektiv kann zaubern. Dies wurde am Wochenende unter Beweis gestellt, als 20 Sailinge sich von den unterschiedlichsten Orten in ganz Europa aus zum Kollektivtreffen via Zoom zusammenfanden. Die einen brachten westfälisches Flair mit hinein, andere hippen Berliner Spirit, es fehlte ebenso wenig an portugiesischer Sonne, wie an guter Laune aus Griechenland.

Vereint wurden wieder viele neue und alte Gesichter, die von ihren Bildschirmen aus pünktlich um 10 Uhr am Samstag einschalteten. Einen Vorteil hat die Technik: Man kann selten so vielen wundervollen Menschen gleichzeitig ins Gesicht schauen. 

Nicht zuletzt dank Friedas einzigartiger Moderation verlief der Call mehr als reibungslos. Diskutiert wurde über gemeinsame Träume. Unter der Fragestellung „Wo siehst du sai in 3 Jahren von heute?“ kamen eine Reihe an Visionen zusammen. Sailinge träumten von Printausgaben, Buchveröffentlichungen, mehr Diversität und Internationalität. Auch Workshopideen und der Traum eines Kulturfestivals kamen ans Tageslicht. Nicht zuletzt wurde eine politische Ausrichtung Sais diskutiert. Zudem standen ein neues Design für die Website, Rechtliches und Finanzen auf dem Tagesplan.

© Nora Boiko

Nach der gemeinsamen Kollektiveinheit wurden Workshops zum diskriminierungsfreien Schreiben, zum Lektorieren sowie zur Vereinsgründung angeboten (auch die rechtlichen Fragen müssen während all der vorherrschenden Kreativität geklärt werden!). Am Nachmittag kamen die Arbeitsgruppen zusammen, um am Konzept der Printausgabe zu tüfteln oder über Workshops zu sinnieren. 

Es entstanden, wie auch die letzten Male, viele tolle Ideen und manche formierten sich zu realen Ereignissen die in naher Zukunft auf euch warten werden (vielleicht in gedruckter Form…?). 

Noch in tiefen Erinnerungen der letzten Kollektivtreffen schwelgend kamen wir am Samstagmorgen eher skeptisch, und doch mit einer Prise vorfreudiger Aufregung, zusammen, um dann festzustellen, dass keine Distanz dieser Welt das Kollektivgefühl abhalten kann. Auch durch die Bildschirme wurden wir beflügelt. Trotz des kreativen sai-Spirits, welcher uns in luftige Höhen katapultierte und die Bäuche mit Schmetterlingen füllte, wurde am Ende des Tages auch deutlich, dass kreatives Schaffen extrem anstrengend sein kann. Um 20 Uhr endeten die AG-Calls. Als Abschluss wurde eine riesige, virtuelle Afterworkparty geschmissen, wieder einmal an vielen Orten gleichzeitig. Mit Klängen von United We Stream und dem Geschmack von Wein ließen wir den Abend ausklingen, mit rauchenden Köpfen und gepacktem Enthusiasmus. 

©Julie Matthées

Egal wo wir sind und wie wir uns treffen, die Energie zwischen uns und der Tatendrang sind zu spüren. Diskussionen entflammen sowie entspannte Feierlaune – und das, obwohl sich manche unter uns noch nie in ihrem Leben gesehen haben. Wir hatten einen vollen Tag, der uns, neben all dem Irrsinn und Wahnsinn der momentan um uns herum passiert, gezeigt hat, was wir als Kollektiv alles schaffen können. Jedes Redaktionstreffen hat uns bis jetzt auf ganz eigene Weise zusammengeschweißt und die Motivation in uns hervorgerufen mit Sai zu träumen und die Träume Wirklichkeit werden zu lassen. 

Das klingt jetzt alles vielleicht etwas cheesy, aber alles in allem ist es immer wieder wunderbar mit all den Menschen zusammen zu kommen, die dieses Kollektiv formen. 

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