von Lena Whooo

Ist mein Richtig auch dein Richtig und wann ist dein Richtig mein Falsch? Warum fällt es uns so schwer uns in die Köpfe anderer Menschen hineinzudenken? Lyrisch argumentiert Lena Whooo, dass es an den verschiedenen Perspektiven von Realität liegen könnte – denn was überhaupt bedeutet Realität, wenn wir alle sie anders erleben? Wie kann man Definitionen von etwas schaffen, dass bei jedem eine andere Form annehmen kann. Unsere Realität – der Ursprung allen Übels oder die Wurzel des Diskurses?

Meine Realität ist nicht deine Realität.
Wir leben nebeneinander, aber nicht miteinander.
Mein Gehirn versucht mich zu verstehen, es fällt ihm schwer – deins aber ist für meins unbegreiflich!
Während ich versuche die Welt zu begreifen, begreife ich nicht, dass meine Erlebnisse meist nicht mit meinen Vorstellungen und Hoffnungen in einander greifen.
Doch das liegt nicht an mir, oder dir, oder uns..
Das liegt an der Definition von Realität.
Dem Irrglauben, wir würden sie alle gleich erschaffen, verstehen und leben – Verstehst du?
Ich bau mir eine Welt, in der ich mich in meiner Realität lebendig fühle.
Ich will lebendig sein – Leben!
Meine Realität ist nicht aber deine Realität.

Mein Blick ist auch nicht dein Blick.
Was ich sehe, kannst du vielleicht nicht sehen, weil dein Fokus wo anders liegt.
Was du entdeckst, kann ich vielleicht nicht erkennen, weil mir der Zugang fehlt.
Sehen lernen ohne Augen – das ist der wahre Blick.
Ein Auftanken von Schöpfungskraft: ich sehe was, dass du nicht siehst und das ist…
Alles – alles in einem und eins als alles.
Stört dich nun mein Blick,
Weil ich so tu, als hätt‘ ich den Durchblick?
Dabei ist dein Blick nicht mein Blick

Sowie meine Intelligenz nicht deine Intelligenz ist.
Was ich weiß, weiß auch irgendwer anders, denk ich.
Wir wissen doch nur, dass Wissen in seiner Strebsamkeit unendlich ist – die Dinge, die uns am meisten im Kreis rennen und in die Verzweiflung denken lassen, werden wir vermutlich nie erfahren.
Ist es dann noch intelligent nach Wissen zu streben?
Wäre es nicht intelligenter, unser offensichtliches Unwissen zu akzeptieren und aufzuhören, nach mehr zu streben – anstatt davon auszugehen, dass der Mensch alles wüsste.
Ist es wahrlich intelligent, sich nicht eingestehen zu wollen, dass dem schlicht ergreifend nicht so ist.
In meiner Realität lüg ich mich nicht selber an: also ist meine Intelligenz, nicht intelligent genug, um sich als Wissend zu erachten.
Meine Intelligenz ist unintelligent.

Meine Gefühle sind nicht deine Gefühle.
Meine Freude ist möglicherweise jemand anderes Leid.
Mein Weinen ist dein Lachen und dein Lachen ist das Seelenheil eines anderen.
Nur wer es wagt, in sich hinein zu lauschen und die Tiefen seines Selbst zu ergründen, kann sich in Teilen seinen eigenen Emotionen bewusst werden.
Das sag ich, weil ich’s so erlebt und gefühlt hab..
Aber frag ich dich, wie’s dir geht, mit deinen Emotionen, deiner Realität?
Häufig kommt Empathie und Mitgefühl für die anderen ein wenig zu spät.
In diesem Sinne  –
Sind meine Gefühle nicht deine Gefühle!

Meine Gedanken sind nur meine Gedanken.
Doch kreisen sie anders in jedem Kopf umher; also in unterschiedlichsten Formen.
Wir haben sie alle, doch beobachten wir sie nicht genug.
Aber genau das – das ist doch nur einer meiner Gedanken.
Also sind meine Gedanken, noch lange nicht deine Gedanken, nur weil wir alle irgendwie denken.

Verstehst du?
Meine Realität ist nicht deine Realität – kollektiv betrachtet, schaffen wir uns Geschichten – egal ob Nachrichten, Filme oder Romane – die uns glauben lassen, wir lebten alle in der selben Realität, betrachten die Dinge aus den selben Augen und würden das Gleiche dazu fühlen.
Bullshit!
Verstehst du?

Realität ist nicht gleich Realität.
Realität bedeutet Mehrdimensionalität.
Realität schafft, dass man sich irgendwann selbst versteht.

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