von Vanesa Imeri
Ich gehöre mir, doch die Papiere
entscheiden, wer ich bin.
Unter einer Plastikuhr drückt eine Hand den Stempel auf die Akte: ein Eintrag,
eine Entscheidung, ein Blick von oben auf mich. Die Sprache stockt in
Paragrafen, mein Körper kleidet sich in Klartext.
Durch Straßen laufend, Feminismus rufend zwischen Glasdach und Gesetzen,
mit Worten wie Waffen, die Mauern versetzen, trägt sie Träume in Protest
gekleidet, wo Widerstand die Hoffnung begleitet.
Ich koche Tee und schreibe Texte, kann nicht
mit den Schultern zucken, während die
Politik sich selbst beschwichtigt – taktisch,
abwartend.
Ein Gesetz, das sein eigenes Echo wird.
Hoffnung tropft in kleine Zeilen,
„Selbstbestimmung“, ein Wort wie ein Versprechen, aber
wer zeichnet die letzte Zeile,
wenn meine Stimme im Lärm verschwimmt?
Alle Sinne auf höchster Stufe, doch die Signale verschwimmen,
zwischen all den leeren Phrasen. Ein Käfig voller Regeln – aber
was, wenn die Regeln nicht zu einem passen?
Zugehörigkeit ist eine Staubwolke, die sich hebt, wenn man
geht, und sich legt, wo man nie war.
Unsere Politik taumelt zwischen gestern und morgen.
Debatten flackern auf, verglimmen, während draußen
jemand seine Identität beweisen muss. Doch Zukunft
wächst, auch auf Asphalt: in Stimmen, die lauter werden,
in Händen, die nicht bitten, sondern nehmen.
Ich gehöre mir.
Nicht den Akten, nicht den Blicken, nicht der Angst
vor Veränderung, nicht einem Mann. Und wenn der
Wind sich dreht,
dann nicht, weil er will, sondern
weil ich ihn rufe.
