Leonie Ziem studiert in Leipzig Philosophie. Zuvor lebte sie ein Jahr in Vietnam und arbeitete im Rahmen des Freiwilligendienstes kulturweit am Goethe-Institut. Sie ist fasziniert von der Sprache in ihrer Schönheit und Brutalität – wie sie beschreibt und ausgrenzt – aber auch Ideen in Formen gießen kann.
Gemeinsam mit Frieda und Paul gründete sie das sai Magazin.


Von Leonie:


Utopien: „Eine gesunde Portion Größenwahn“

Ein Interview mit dem Dozenten Aaaron Bruckmiller, der ein Semester lang in seinem Seminar über Utopien gesprochen hat. Was haben Utopien mit Machtfragen zu tun? Zu welcher Utopie will er beigetragen haben? Und geht das überhaupt – utopisch Denken, ohne dass jemand im Raum die Augen verdreht?


Hilfe*, ich bin unsichtbar

Gendergerechte Sprache: Warum die Sternchen zwischen den Buchstaben, die die Wörter so zerpflücken? Oder besser: Warum denn nicht? Immerhin zeigen Studien, dass selbst Frauen*, die versicherten, sich vom generischen Maskulinum angesprochen zu fühlen, im MRT Gehirnaktivitäten aufweisen, die das Gegenteil zeigen. Ein Artikel darüber, wie Sprache Menschen ausschließt.


Die Erfindung des Jungfernhäutchens

Meine Welt war ein Ort, an dem Serien wie Sex and the City längst zur Popkultur gehörten undgleichzeitig Tausende von Mädchen sich fragten, ob es auch für sie in Ordnung wäre, zu masturbieren. In diesem unaufgeklärten Ort kursieren noch immer viele Mythen über das Jungfernhäutchen. Dabei ist es eine verdammte soziokulturelle Erfindung.


Was ab morgen deine Meinung ist

In der Mitte der Gesellschaft ist es ganz schön gemütlich. Der Platz auf dem Sofa ist auf der richtigen Stelle schon vorgewärmt, du brauchst dich nur noch hinsetzen. Ungefähr so ist es mit den etablierten Meinungen. Diese spielen sich nach der Theorie von Joseph P. Overton innerhalb des „Overton-Fensters“ ab. Doch was momentan Konsens ist, kann sich ständig wandeln. Lust auf das undenkbare?


Schule gegen Fridays For Future?

Am Lessing-Gymnasium in Berlin wird gegen die Ordnungsmaßnahmen des Schulleiters protestiert. Schüler*innen und Studierende, die Teil der Fridays For Future-Bewegung sind, haben sich versammelt. Ich führe Gespräche mit Schülerinnen und dem Schulleitern der Schule. Auch besuche ich meine alte Schule. Zwischen Paragraphen und Klimakrise.


Die Wahrheit ist tot

Wenn es keine Wahrheit gibt, ist dieser Text absurd. Du könntest genauso gut etwas über Butterbrotboxen lesen, Urzeitkrebse, Tütensuppen oder Sexspielzeug. EGAL. Wenn es keinen Wahrheitswert gibt, wird alles beliebig. Dennoch hat ein Typ die Möglichkeit auf Wahrheit angezweifelt. Er hieß Nietzsche. Komm, wir philosophieren.


Schlagzeilen aus dem Matriarchat

„Was, Frauen wollen jetzt auch noch wählen?“ – Irgendein entsetzer Typ 1918. Die Absurdität des andauernden Patriarchats in seiner Alltäglichkeit fällt uns jedoch nicht immer auf. Schlagzeilen aus dem Matriarchat!


Ziviler Ungehorsam gegen die Klimakrise

Wie können wir den Protest noch lauter werden lassen? Im Kuschelkurs funktioniert das nicht. Mit gewaltfreiem zivilem Ungehorsam zeigt man Risikobereitschaft – dafür gibt es keinen Applaus von Seiten der Polizist*innen, sondern eventuell Verhaftungen.


Meine Vulva lernt fliegen

In meinen Schulbüchern definierte sich die Vulva immer nur über den Penis – als sein Gegenstück, in die er eindringen kann. In dieser heteronormativen Erzählung hieß die Vulva auch noch Vagina. Dabei ist das nur der Bereich, der die äußere Region und die Gebärmutter verbindet. Ist diese Darstellung dadurch zu erklären, dass Vulvas unterrepräsentiert sind oder es Männer gibt, die sich ein bisschen zu sehr für sie interessieren?


Anleitung zum philosophischen Argumentieren

Es ist Prüfungszeit. Eigentlich sollte ich lernen wie man richtig philosophisch argumentiert, stattdessen schreibe ich einen Artikel über schlechte Argumente und versuche herauszufinden, ob das nun ein gutes Argument dafür ist, nicht zu lernen. Aber wie entlarve ich schlechte Argumente? Prokrastination für Anfänger*innen.


Eine Kugel kennt kein oben

Ein Jahr mit der Organisation kulturweit einen Freiwilligendienst im Ausland absolvieren. Ein Text für alle, die sich für konstruktive und destruktive Kritik an internationalen Freiwilligendiensten interessieren oder gerade überlegen, wie sie aus den vier Wänden mit der Raufasertapete ausbrechen können.


Erinnerst du noch oder phantasierst du schon?

Ich suche nach Wahrheit. Wenn ich sie im Präsens nicht finde, dann vielleicht in der Erinnerung. Dort ist es jedoch manchmal kuscheliger, als tatsächlich erlebt. Und kann die Erinnerung auch gänzlich falsch sein?


2018 – Der große Festschmaus

Imaginärer Trommelwirbel für die vergangenen Tage. Uns knurrt der Magen. Zeit für den Festschmaus: fünf Gänge, fünf Kommentare von fünf Autor*innen und ein Sahnehäubchen.


Wem gehört Weihnachten? – Ein Wunschzettel

Türchen Nummer 20. Die Schokolade schmeckt inzwischen nicht mehr so gut wie früher – und Weihnachten auch nicht. Kann man den 24. Dezember auch ohne Materialismus und Konsum denken? Leonies Wunschzettel, der zeigt, dass Weihnachten nicht länger den Kaufhausketten gehören muss.


Aus meinem Wasserhahn tropft Menschenrecht

36 Stunden. Das ist die Zeitspanne, in der ein Mensch ohne Wasser überleben kann. Doch Wasser ist knapp. Klimawandel, Bevölkerungswachstum, Verschmutzung und Privatisierung tragen dazu bei. Nestlé, WWF Deutschland und die Frage nach Wasser als Menschenrecht.


Du hast da Dollarscheine in den Augen

„Lasst uns mit eurer Ethik in Ruhe!“ ist ja ein bekanntes Phänomen aus dem Wirtschaftssektor. Muss ich also möglichst skrupellos sein, um Erfolg zu haben? Kapitalismuskritik kann auch konstruktiv sein – Komm mit, Leonie kocht dir eine Portion Gemeinwohlökonomie.