Schriftsprache der Collagen: Sophia Süßmilch | Bildsprache und Text: Leonie Ziem

Was zum kuckuck ist das Matriarchat?

Das Matriarchat ist eine Gesellschaftsordnung, in der soziales, politisches, kulturelles und ökonomisches Kapital – also Macht – durch die Mutter oder die Frau organisiert ist. Es handelt sich dabei um eine hypothetische Gesellschaftsordnung, in der Frauen die Vormachtstellung innehaben. In dieser Szenencollage werden Schlagzeilen aus der Gegenwart einfach mal umgedreht. Gender werden ausgewechselt und somit die Macht gespiegelt.

Wollen wir das Matriarchat?

„Was, Frauen wollen jetzt auch noch wählen?“ – Irgendein entsetzer Typ 1918. Forderungen von Feminist*innen müssen radikal wirken. Genau dann wissen wir, dass es die richtigen Forderungen sind. Feminismus bedeutet übrigens nicht die Herstellung eines Matriarchats, sondern die Herstellung einer gleichberechtigten Gesellschaft. Die Absurdität des andauernden Patriarchats in seiner Alltäglichkeit fällt uns jedoch nicht immer auf. Vielleicht müssen wir dazu alle Gender mal austauschen und schauen was passiert?

Warum „hysterisch“ explizit Frauen diskriminiert

Schon eine einfache Suche im Worldwideweb kann Wortherkünfte klären:
„Wenn von Hysterie die Rede ist, denkt man sogleich an eine nervöse bis panische, auf jeden Fall überspannte Person oder an wahnhafte, unbegründete Panik, die viele Menschen zugleich erfasst. Das Substantiv ist eine im 18. Jahrhundert in der medizinischen Fachsprache vorgenommene Neubildung, der das im gleichen Jahrhundert entlehnte Adjektiv hysterisch zugrunde liegt. Dieses wiederum stammt über das lat.hystericus vom griech.hysterikos „hysterisch“, das eigentlich „an der Gebärmutter leidend“ hieß. Ausgangswort ist das griech. Wort hystera „Gebärmutter“, was verdeutlicht, dass in der Antike die Hysterie als spezifisch weibliche Krankheit aufgefasst wurde. Man nahm – gar bis ins 18. Jahrhundert – an, dass die Krankheit vom lange Zeit untätig gebliebenen, d. h., nicht gebärenden und aus diesem Grund krankhaft veränderten Uterus ausginge.“

Das „Patriarchat“ ist kein Kampfbegriff

Das Wort Patriarchat hat auf manche Menschen eine magische Wirkung. Wenn sie an andere Stelle bereits eingestehen, dass auch Frauen* vollwertige Menschen sind, die die gleichen Rechte wie Männer haben sollten, zucken sie beim Wort Patriarchat zusammen. Sie verweisen darauf, dass Frauen in Deutschland rechtlich den Männern doch gleichgestellt sind. Sogar Bundeskanzlerin können sie werden. (Deswegen heißt das Kanzleramt aber noch lange nicht Kanzlerinamt, wehe dem- oder derjenigen, die es wagt, diesen Vorschlag zu artikulieren!).
Strukturelle Ungleichheiten zu erkennen, erfordert einen Sensibilisierungsprozess. Oder mit den Worten von pinkstinks, einer Protest- und Bildungsorganisation gegen Sexismus und Homophobie:

„the problem is not
that I see sexism everywhere
the problem is
that you don’t.“

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